Dorfgemeinschaft
Die Dörfer, die am grünen Band entlang die Siedlungen prägen, waren in ihren Problemen und Möglichkeiten des Zusammenhalts wiederholt Thema in Katharinas Tagebuchberichten.
Ich möchte diese hier ergänzen durch Initiativen, die vor der NDR "Voller Einsatz fürs Dorf" oder zuletzt 3sat in der Reihe 37° "Wir retten unser Dorf" dokumentierte.
Was macht Dörfer zukunftsfähig, was Dorfgemeinschaften lebenswert? "37°" begleitet zwei Jahre lang Menschen, die selbst mit anpacken und ihrer Heimat neues Leben einhauchen. Film von Nadja Kölling
Stichworte: zur Bedeutung und Funktion der Dorfgaststätten für eine „Dorfgemeinschaft“;
gemeinsames Projekt – Dorfgemeinschaft wächst zusammen. Kooperation: jeder hat seine Stärke, der eine kann das, der andere kann das …
Zuversicht: Wir kaufen unsere Dorfkneipe - Genossenschaftsmodell.
Aber: die Dörfer und ihre Bewohner sind, das machen die Berichte deutlich, angewiesen auf Förderung durch das Land und durch Europa.
Dorfgemeinschaften setzen darüber hinaus die staatliche Sicherheit voraus für den Erhalt eines Friedens- und Rechtszustandes, der nicht für selbstverständlich zu halten ist.
"37°: Wir retten unser Dorf": Im Einsatz für die Heimat
22.08.2023, 08.05 Uhr
von Franziska Wenzlick
Die "37°"-Doku zeigt, wie sich die Bewohner zweier kleiner Gemeinden unermüdlich für ihre Heimat einsetzen. In einem Dorf steht die Kneipe vor dem Aus, im anderen ist der Erhalt der Grundschule bedroht.
Corona hat das Kneipensterben im gesamten Land beschleunigt. Doch bereits vor der Pandemie schwanden vielerorts die Wirtshäuser, Eckkneipen und Dorflokale. Im Münsterländischen Darup etwa stand der "Landgasthof" – der soziale Mittelpunkt der Gemeinde – vor dem Aus, weil die Betreiber nach 40 Jahren in Rente gingen. Die Daruper fürchteten um ihr Dorf- und Vereinsleben: Wo soll man sich schließlich treffen, wenn es kein Gasthaus mehr gibt?
Den Erhalt und die Erneuerung der Heimat
In der neuen "37°"-Dokumentation "Wir retten unser Dorf – Zusammenleben auf dem Land" zeigt die Filmemacherin Nadja Kölling unter anderem am Beispiel der Menschen in Darup, wie Dorfbewohner sich unermüdlich für den Erhalt ihrer Heimat engagieren. In Darup etwa wurden knapp 400.000 Euro – bei einem Ort mit rund 2.000 Einwohnern eine enorme Summe – gesammelt, um das letzte Gaststätten-Einhorn zu renovieren.
Um Kosten zu sparen, packten zahlreiche Daruper zudem selbst mit an. Andreas Determann ist einer von ihnen. Der 58-Jährige investierte in den vergangenen Jahren viel Lebenszeit in den Erhalt und die Erneuerung des Landgasthofs, bei dem es sich um ein uriges, gemütliches Lokal mit "Wohnzimmeratmosphäre" handelt. Determann ist überzeugt: "Das ist mehr als eine Imbissbude. Das ist eine Institution."
Der Kampf ums Dorf
Klar: Ein Dorf ohne Dorfleben ist weder attraktiv noch zukunftsfähig. Das weiß auch Kirsten Voß-Rahe, die bereits vor vielen Jahren aus Wolfsburg ins 800-Seelen-Drof Rendswühren in Schleswig-Holstein zog. Gemeinsam mit ihrem Mann Christian, einem gebürtigen Rendswührer, betreibt sie einen Bauernhof, den das Paar zu einem ländlichen Kultur-, Bildungs- und Erlebniszentrum ausbauen ließ. Doch damit nicht genug: Mittlerweile kämpft Kirsten Voß-Rahe um den Erhalt der Grundschule im Dorf. Diese entspricht vielen heutigen Anforderungen nicht; unter anderem fehlt die Möglichkeit einer Ganztagsbetreuung. Ein kostspieliger Umbau ist nötig – doch Fördergelder sind nur schwer zu bekommen.
"Die Schule ist wirklich das Herzstück unseres Dorfes und essenziell, um gerade für junge Familien attraktiv zu sein", erklärt Voß-Rahe. Von der Tatsache, dass der Schulausbau satte 800.000 Euro kosten soll, lässt sich die 42-Jährige nicht aufhalten. Schließlich weiß sie: "Wir brauchen eine gute Infrastruktur für gute Lebensbedingungen, damit wir auch im ländlichen Raum artgerecht leben können." Voß-Rahe ist sich sicher: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
NDR Folge 1: Die Scheunenretter - Mauern für den Denkmalschutz (S01/E01)
01.03.2023 ∙ Voller Einsatz fürs Dorf
Konau ist ein Dorf in der Gemeinde Amt Neuhaus in Niedersachsen und liegt direkt an der Elbe. Hier im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue leben rund 40 Menschen. Das Dorf steht komplett unter Denkmalschutz. Janke, Hannah und Niklas sanieren eine 1707 erbaute Scheune. Janke ist Studentin und hat das verfallene Nachbarhaus samt Scheune gekauft. Ihr Ziel: den Charakter des Dorfes erhalten. Gemeinsam mit ihrem Vater, Tischlermeister Jan, und ihren Freunden baut sie die Scheune fast komplett neu auf. Und zwar vor allem mit alten Baumaterialien, wie sie im 18. Jahrhundert verwendet wurden
(wiki): Konau gilt als eines der besterhaltenen Marschhufendörfer und steht unter Denkmalschutz. Es liegt im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue direkt an der Elbe. Neuhaus, der Sitz der Gemeinde, befindet sich fünf Kilometer nordwestlich des Ortes.
In dieser Gegend (Amt Neuhaus) an der Elbe entlang ist Katharina zwischen dem 16. und 18.08.2023 gewandert.
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